Yoga und MS

Als ich mit Yoga anfing, da ging ich in einen speziellen “Yoga für MS”-Kurs. Den habe ich ein reichliches Jahr besucht, vielleicht waren es auch knapp 2, ich weiß nicht mehr. Es tat mir gut, endlich eine “sportliche Betätigung” gefunden zu haben, wo ich gefordert wurde, aber nicht schon nach 2 Minuten völlig nassgeschwitzt war und wo ich MEIN Tempo gehen konnte und bis zu meiner ganz INDIVIDUELLEN Belastungsgrenze, ohne darüber hinaus gehen zu müssen.

Doch schon nach ein paar Monaten merkte ich, dass es einige Teilnehmerinnen gab, mit deren “Motivation” es nicht so weit her war und die die Übungen nur halbherzig machten ohne Spannung im Körper die Figuren hielten oder schon von vornherein Sprüche fielen wie “… oh nein, das kann ich nicht!” oder so etwas in der Art. Wir hatten die unterschiedlichsten Einschränkungen in dem Kurs versammelt, eine Teilnehmerin kam nur an Gehhilfen vorwärts, sie allerdings hat niemals “gejammert”, sie war erstaunlicherweise unheimlich gelenkig, wie ich feststellen musste. Andere hinkten etwas, waren sonst aber doch noch recht uneingeschränkt und jammerten aber rum… Naja, die Menschen sind verschieden, aber der schlimmste Spruch, der sich mir ins Gedächtnis gebrannt hat, war: “…mein Mann sagt auch immer, ich soll dieses/jenes nicht versuchen, ich hab ja MS!” Bei solchen Aussagen sind mir die Gesichtszüge entgleist… aber ich schweife ab.

Ich merkte bereits nach einigen Wochen, dass ich (dank des regelmäßig bösen Muskelkaters) Muskelaufbau betrieb, ohne, dass es mir bewusst war. Als ich nach Monaten merkte, dass einige Übungen leichter gingen, ich weiter in die Dehnung kam oder es einfach nur einfacher ging, wurde ich noch motivierter am Ball zu bleiben.

Mittlerweile bin ich in einem “normalen” Kurs, mein Yogalehrer weiß, von meiner Krankheit, sonst aber niemand und er unterstützt mich in den Übungen, die besonders für mich wichtig sind, regelmäßig. Ich für mich empfinde es als totale Erleichterung, nicht mehr mit dem Stempel “MS” auf der Stirn in dem Studio herumzulaufen, sondern einfach als ein wenig unsportlich oder ungeübt dazustehen (das kenn ich von früher und damit kann ich umgehen 😉 ). Was ich an Yoga schätze ist, dass man nur so weit geht, wie es der eigene Körper zulässt. Es stärkt trotzdem unsere Dreifaltigkeit: Körper, Geist und Seele, auch wenn die Übung jetzt nicht wunderschön ausgeführt ist. Dadurch, dass es zu jeder Asana (so werden die Übungen bezeichnet) Variationen existieren, die man machen kann oder auch nicht, gibt es kaum Probleme Yoga zu praktizieren mit verschieden trainierten Menschen. Ich mag es sehr, dass man während der ganzen Zeit nur auf sich selbst konzentriert ist und eigentlich egal ist, ob in dem Raum 2 oder 20 Menschen sich auf ihren Matten verknoten oder nicht. Ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich während einer Stunde, wo wir uns dann nach hinten gedreht haben, gedacht habe: “Ach du meine Güte, die Halle ist ja voll!” Doch während der Übungen ist es völlig egal. Man hat ja auch gar keine Zeit, auf andere zu schauen. Es geht nur um einen selbst. Diese 90 Minuten vollster Konzentration auf mich genieße ich sehr. Mir bringt Yoga tatsächlich einen guten Ausgleich und trainiert auf vielen Ebenen mein Ich. Ich liebe Yoga und werde es weiter machen. Ich werde sicherlich bei einigen Übungen länger brauchen, bis ich die “Perfektion” erreicht habe, aber ich sag mal so: Es ist mir egal! Ich genieße die Aktivierung der Chakren während der Asanas und genieße, wie die Energie nach dem Yoga wieder stärker durch meinen Körper fließt und die gefüllten Chakren mir mehr Kraft geben. Es ist einfach herrlich sich 90 Minuten mal wirklich nur um sich zu kümmern und nicht irgendwelchen Gedanken hinterher zu hängen. Seit ich Yoga praktiziere gelingt es mir auch tatsächlich besser, mich nur auf eine Aufgabe zu konzentrieren und das Gedankenkarussel auszuschalten, wenigstens für eine gewisse Zeit. Yoga trainiert einfach so viel mehr, als nur den Körper. Und wenn man dann mit einer gesunden Ernährung auch noch sein ganzes Sein unterstützt, dann ist der Weg in die Gesundheit zum Gehen geebnet.

Meine Inspiration zu diesem Artikel kommt von einer bekannten Bloggerin, die heute einen Artikel über Yoga und MS gepostet, den ich gleich zum Anlass nahm, um hier fix noch meinen Senf dazu zu geben. Hier geht’s zu Christines Artikel, sie schreibt den Blog “Deine Christine“. Ich kann Euch diese Seite nur ans Herz legen, ich mag ihren Blog sehr und schnarschel da regelmäßig rum. In diesem Artikel hat sie auch einige Videos verlinkt, wo ihr selbst mal daheim die ersten Übungen nachmachen könnt. Aber bitte seid Achtsam auf Euch selbst. Sportliche Übungen ohne einen ausgebildeten Lehrer an der Seite nachzumachen, kann zu Fehlern in der Ausübung führen und das zu Verletzungen. Ich empfehle also immer in ein Yogastudio zu gehen, um es  auszuprobieren, die Probestunden sind meistens nicht teuer und sehr viele Krankenkassen subventionieren auch ganze Yogakurse (10 Stunden), erkundige dich doch mal danach, das können bis 80% der Kursgebühr ein!

Du siehst, es gibt quasi nix, was dagegen spricht, mal wenigstens eine Schnupperstunde zu versuchen 😉 .

Hast du dir eigentlich meine Interview-Reihe vegane/rohe Ernährung und Yoga schonmal angeschaut? Nein, dann wird’s aber Zeit!

In diesem Sinne: Namaste* und einen schönen Tag für dich! Ich freue mich jetzt umso mehr auf meine Yogastunde heute Abend.

*Erklärung20160202_180409

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Comment for: Yoga und MS

Marit

Oh wie schön, mich hier wieder zu finden 😉 *lach*
Und es ist alles beim Alten: meine Stöcke. Meine Gelenkigkeit. Und meine Wackler 😉
Lass es dir gut gehn!





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© Mein Weg in die Gesundheit 2019 - Copyright by Sophia Kröhner || Die Beratung bei mir möchte an die Eigenverantwortung sich selbst gegenüber appellieren und ersetzt nicht den Weg zum Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen.

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