Nicole von GiftGrün: von der Drogen- zur Rohkostsucht

Nicole von Gift Grün hat sich angeboten einen Gästebeitrag für mich zu schreiben und ich bin wirklich sehr stolz Euch so eine irre Geschichte präsentieren zu dürfen. Nicole hat es geschafft, sich aus Ihrer Drogensucht zu befreien und hat den Weg zur gesunden Ernährung genommen und ist hierdurch auf den Weg zurück in die Gesundheit gekommen, sozusagen von der Drogensucht zur Rohkostsucht. Ihre unglaublich spannende Geschichte erzählt Sie uns in Kurzform in einem Ihrer Videos, welches ihr am Ende dieses Beitrages finden könnt. Das zweite Video handelt von der Wichtigkeit von grüner Ernährung, sprich dem Einbauen von wirklichem Grünzeug in die tägliche Ernährung.

Außerdem habe ich einen kleinen Fragebogen entworfen und Nicole hat super viele Fragen davon beantwortet. Ich möchte mich dafür bei Ihr ganz herzlich bedanken für die Zeit, die sich sich hierfür genommen hat und auch, dass Sie uns überhaupt an Ihrer Geschichte teilhaben lässt. Ich finde es total spannend zu erfahren, wie es bei Ihr weitergeht. Ihr auch? Dann möchte ich Euch Ihren Youtube Videokanal ans Herz legen.

Nicole spricht mir, wie vermutlich vielen anderen Rohköstlern, aus der Seele mit Ihren Antworten und ich bin mir sicher, dass sie ein tolles und sehr inspirierendes Beispiel für alle Unentschlossenen sein kann, die gern etwas an Ihrer Ernährung ändern möchten. Es ist echt unglaublich, was mit einer Ernährungsumstellung alles möglich ist!

Wie heißt du? Hast du einen Spitznamen, wie bist du zu diesem gekommen?
Ganz einfach Nicole 🙂

Nach welchem Ernährungskonzept richtest du dich, wieso hast du genau das ausgesucht?
Im Grossen und Ganzen richte ich mich nach HighCarb, jedoch nicht stur nach einem „Ernährungsguru“, sondern ich probiere immer wieder aus, was für mich persönlich am Besten ist. Ich habe das ausgesucht, wegen des niedrigen Fettanteils, da ich gemerkt habe, wie schlecht ich Fett vertrage, und natürlich wegen des hohen Kohlenhydratanteils. Und ich liebe Früchte und Salat über alles, aber eben auch Reis!

Welchen Auslöser gab es, weshalb hast du dich für deine Art der Ernährung entschieden?
Der Auslöser, mich überhaupt mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen, waren meine Gesundheitsprobleme, die bereits in der Kindheit begannen mit unerkannten Allergien, Essstörungen, Übergewicht. Kein Wunder, denn meine ersten Drogen bekam ich schon als Baby: Milch und Zucker. Mit zwölf war es Alkohol und Nikotin, bald darauf Heroin und andere harte Drogen. 2001 schaffte ich den Ausstieg, doch 2005 zeigten sich bei mir gravierende Krankheiten: Chronische Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Allergien, Gicht, Diabetes-Vorstufe, Depressionen, Burnout, und das alles mit nicht mal 35. Als keiner der unzähligen Ärzte und Heilpraktiker mir helfen konnte, forschte ich auf eigene Faust nach möglichen Ursachen, warum unsere Gesellschaft immer dicker und kränker wird. Die Erkenntnisse sind schockierend: Dies beginnt schon in der Kindheit mit der üblichen toxischen Fehlernährung und der schleichenden Vergiftung durch Schwermetalle und andere Umweltgifte. Dass ich mich mein halbes Leben lang mit Diäten schädigte und mit Drogen zusätzlich vergiftete, brachte das Fass einfach schneller zum Überlaufen als es normalerweise der Fall ist – heute bin ich dankbar dafür.

2012 hatte ich zwar bereits die Schwermetallentgiftung hinter mir und ernährte mich vegan, was mir starke gesundheitliche Verbesserungen brachte. Doch der wirklich durchschlagende Erfolg kam erst nach der Entdeckung einer fett- und salzarmen, glutenfreien veganen Ernährung mit viel Früchten und Rohkost (und vor allem viel Wildkräutern, Algen und Gräsern) – und zwar dramatisch innert wenigen Wochen! Ich bin heute mit 43 nicht nur endlich gesund, sucht- und beschwerdefrei, sondern auch so voller Energie und Lebensfreude wie noch nie zuvor.

Welche „Machen- und Nichtmachen-Erfahrungen“ hast du während deiner Umstellung gemacht und gibt es dazugehörige Tipps?
Nach meiner Umstellung war ich so begeistert von der Rohkost und hatte andererseits auch sehr starke Cravings nach Brot und Kohlenhydraten, so dass ich wild durcheinander alles Mögliche an Gourmet-Rohkost-Rezepten ausprobiert und mich damit auch oft überessen habe, was ich mehr als einmal mit starkem Unwohlsein bezahlen musste. Auch entwickelte ich anfangs eine regelrechte Angst vor „nicht-rohen“ Zutaten, und das kann auf keinen Fall gesund sein. Ich habe dann gemerkt, dass es mir besser geht und ich zufriedener bin, wenn ich abends auch wieder gekochte Nahrung esse wie Reis, Quinoa oder Kartoffeln. Dass das „raw till 4“ heisst, entdeckte ich erst viel später, als ich es schon über ein halbes Jahr praktizierte.

Sehr wichtig finde ich auch zu berücksichtigen, dass es verschiedene Stoffwechseltypen gibt: Die einen vertragen mehr Fett und brauchen es auch, die anderen benötigen dafür mehr (ev. auch gekochte) Kohlenhydrate. Das ist der Grund, warum eine Mehtode eben nicht für jeden und jede funktioniert. Mein wichtigster Tipp ist auf den eigenen Körper zu hören statt auf einen „Guru“. Ein Ernährungstagebuch zu führen kann dabei sehr hilfreich sein, um herauszufinden was für dich selber das beste ist.

Was ist dein Lieblingsrezept? Wie bereitet man das zu?
Das wechselt immer von Jahreszeit zu Jahreszeit. Vor ein paar Tagen habe ich die ersten zarten Bärlauchtriebe gepflückt, und wie immer bin ich dann ganz wild darauf. Bärlauchpesto kennen ja inzwischen die meisten, aber vielleicht nicht die fettarme Variante wie ich ihn zubereite:

Zucchininudeln mit Bärlauchpesto
1 grosser Bund Bärlauch
1 Stange Lauch (Porree)
Eine halbe bis eine ganze Zucchini
Saft von 1 Zitrone und etwas abgeriebene Schale
ca. 30 g Walnüsse (Tipp für günstige Nüsse in Rohkostqualität: Im normalen Supermarkt ungeschälte kaufen, nicht die geschälten und verpackten) oder Pinienkerne
Hefeflocken nach Geschmack
Ev. etwas Wasser

Alle Zutaten in einem FoodProcessor oder einem Mörser zu Pesto verarbeiten (ital. pestare = hauen). Ein Mixer ist eher ungeeignet, da zu kleine Mengen und zu wenig Flüssigkeit. Das fertige Pesto ganz einfach mit der Pasta vermischen. Bei rohen Gemüsenudeln noch 20–30 Minuten durchziehen lassen (der Geheimtipp für viel weichere und leckerere Pasta-Konsistenz!). Zucchininudeln erst ohne Pesto etwas liegen lassen – sie sondern sehr viel Flüssigkeit ab. Diese ausdrücken und abgießen.

Auch ein Ersatz für die Nüsse für noch fettfreiere Varianten ist möglich: Erbsen (sehr giftgrün!) oder gekochte Kichererbsen, und für eine 100% rohe Variante Pastinaken, was leicht süßlich schmeckt.
Da die konservierende Wirkung des Öls wegfällt, ist eine längere Aufbewahrung nicht empfehlenswert! Auch optisch wird das fettfreie Pesto schneller braun. Eine mögliche Konservierungsmethode ist das portionsweise Einfrieren, gerade beim Bärlauch im Frühling lohnt sich dies.

Hast du ein Lieblingmantra? Wieso genau dieses?
Ja, das habe ich. Es lautet HU, ausgesprochen hjuu. Dieses Mantra kann uns in schwierigen Alltagssituationen helfen, um Kraft und Ruhe zu bekommen. HU ist ein uralter Name für Gott und es öffnet unser Herz für die Liebe. Man kann es auch in einer spirituellen Übung singen, entweder alleine oder mit anderen. Als ich zum ersten Mal zu einem HU-Chant ging, einem Treffen wo Menschen gemeinsam HU singen, war ich überwältigt. Es hört sich wundervoll an, fast wie gregorianische Gesänge.

Was ist dein gestecktes Ziel?
Im Moment arbeite ich sehr intensiv an meinem Buch, und mein Ziel ist, es in diesem Jahr fertigzustellen und zu veröffentlichen. Auch meine Website wird bald komplett neu gestaltet werden und daneben möchte ich auch regelmässiger neue Videos drehen. Mit meiner aussergewöhnlichen Geschichte, wie die Befreiung von Umweltgiften, Tierprodukten und Zivilisationskost mir Gesundheit, Schlankheit, Fitness und Lebensfreude zurückbrachte, möchte ich andere inspirieren und dieses Wissen möglichst vielen Menschen weitergeben.

Welches Thema beschäftigt dich gerade besonders und warum?
Jetzt, wo der Frühling kommt und wieder alles zu spriessen beginnt, gerade sehr stark mein Gemüsegarten. Das Thema GRÜN ist für mich aber das ganze Jahr über hochaktuell. Neben Gerstengras ziehe ich alles mögliche Grünzeug auf der Fensterbank. Ich möchte alle dazu ermutigen, egal nach welcher Ernährungsform sie leben, ob vegan oder nicht, ob Rohkost oder nicht, mehr Grün in die Ernährung zu integrieren, denn meiner Meinung nach ist dies der Schlüssel zu Entgiftung und Gesundheit. Leider lese ich auch immer wieder von Rohköstlern und HighCarbern, die davon viel zu wenig zu sich nehmen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Stoffe wie Eisen, Zink, Kalzium, Omega3s und etliche sekundäre Pflanzenstoffe, die nicht mal alle erforscht sind und sich extrem positiv auf die Gesundheit auswirken, sind im Obst allein nicht in ausreichender Menge zu finden, sondern nur in Grün!

Hast du ein Vorbild? Welches oder wer ist es und warum?
Der Monte Verità in meinem Heimatort Ascona mit seiner berühmten Vegetarierkolonie steht für mich als Träumerin und Außenseiterin von klein auf für meine eigene Sehnsucht nach einer „besseren Welt“. Die revolutionären Konzepte der Künstler, Rebellen und Anarchisten, die um 1900 dort ihre Visionen lebten – Natürliche Gesundheitslehre, Selbstversorgung, Ausstieg aus der zerstörerischen Industriegesellschaft – sind heute aktueller denn je: Sie legten unter anderem das Fundament für die moderne Ökologiebewegung oder die Gleichstellung der Frau. Tatsächlich waren sie auch die ersten Veganer, denn sie verzichteten nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auch auf Milchprodukte, Eier, Honig, sowie auf Alkohol, Tee, Kaffee, Tabak und Salz. Schon als Kind zog mich der Monte Verità in seinen Bann – und hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Ich lebte viele Jahre in Ascona, auf den Spuren der unzähligen (Lebens)Künstler, die dieses Dorf schon immer angezogen hat, und bin auch heute noch oft dort. Mein Weg führte mich schließlich Schritt für Schritt zurück zu den Grundsätzen des „Berges der Wahrheit“ … und der Kreis beginnt sich langsam zu schliessen.

Was möchtest du den Lesern gern noch mit auf Ihren Weg geben / mitteilen?
Den Mut haben, anders zu sein, auch wenn du vielleicht dafür, wie du dein Leben lebst und wie du dich ernährst, belächelt oder gar angegriffen wirst und dich damit manchmal alleine fühlst.
Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr. (Vincent van Gogh)

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2 Comments for: Nicole von GiftGrün: von der Drogen- zur Rohkostsucht

vegane-rohkost.de

Liebe Steffi,
vielen Dank für deine guten Wünsche! 🙂
LG Sophia

Steffi KochTrotz

Hallo und Danke, dass Du diesen super interessanten Gastbeitrag veröffentlicht hast! Den Youtube-Kanal von Nicole werde ich gleich abonnieren. Euch beiden alles Gute! LG Steffi





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© Mein Weg in die Gesundheit 2019 - Copyright by Sophia Kröhner || Die Beratung bei mir möchte an die Eigenverantwortung sich selbst gegenüber appellieren und ersetzt nicht den Weg zum Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen.

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