Jann über seinen Weg raus aus der MS-Falle und anderen Gesundheitsproblemen

Geht es Dir schlecht, tue möglichst viele Dinge, die Dir gut tun – 
Geht es Dir noch schlechter, tue noch „viel“ mehr davon!
Hallo, vermutlich seid Ihr bereits eifrige „“Gesundheitsinteressierte“ und kennt mich oder meine Webseite deshalb sowieso schon, aber hier noch einmal zur Sicherheit: Ich bin Jann Glasmachers und stecke hinter der Webseite: Das Gesundheitsfundament (www.gesundheitsfundament.de). Nachdem mich die Sophia vor einigen Monaten gefragt hatte, ob ich bei Gelegenheit mal einen Gastartikel für ihren Blog beisteuern würde, habe ich natürlich sofort zugesagt. Schliesslich teilen wir mit unserer Erkrankung ein ähnliches Schicksal und da versteht sich ein gegenseitiger Support natürlich von selbst. Ich bin jedenfalls sehr glücklich darüber, dass es die Sophia geschafft hat, sich einen Weg aus Ihrer Krankheit zu bahnen. Eine Krankheit wie MS mit sich herumzutragen ist schliesslich nicht leicht und erfordert sehr viel Mut und Disziplin im Umgang damit. Aber sie hat sich aufgemacht den Weg Richtung Gesundheit zu gehen wie man sieht funktioniert das Prinzip immer wieder: „Tue Dinge die Dir gut tun“. Das soll auch hier das zentrale Thema dieses Artikels sein.
Diagnose MS – und nun?
Ich selbst bekam 2012 die leidige Diagnose „MS“ oder zumindest den „Verdacht darauf“ aufgeladen und das war für mich ein ziemlicher K.O. Schlag. Erst recht, da ich bis dahin schon knapp 12 Jahre eine chronische Darmentzündung mit mir rumtrug. Ich hatte die Nase vom Kranksein gestrichen voll und wollte auch endlich wieder gesund sein. Ich wusste damals noch nicht wie es geht. Aus diesem Grund suchte ich lange Zeit nach „der“ ultimativen Lösung. Diese sollte möglichst einfach sein und sich wenn machbar auf jeden Menschen adaptieren lassen. Ich war fest davon überzeugt, dass es dieses ultimative Gesundheitsrezept gibt und, wenn gefunden, auch immer für jeden gleich ist. Diese Ansicht, kommt vermutlich noch aus der Zeit als ich als Programmierer den lieben langen Tag versuchte anhand von Best-Practice-Verfahren das Maximum aus irgendwelchen Webroutinen herauszuholen. Doch so einfach wie es für die Programmierung klang, war es für meine Gesundheit leider nicht. Es gibt sicherlich immer eine grosse Anzahl von Menschen, die auf einzelne Bausteine von Gesundheitskonzepten anspringen. Aber es gibt auch immer noch die „anderen“ und zu denen zählte ich leider auch.
Mein erster Versuch so richtig gesund zu werden, basierte allein auf der Ansicht es über die Ernährung schaffen zu wollen. Ich versuchte lösungsorientiert an mein Problem zu gehen und mich direkt nur mit Erfolgsgeschichten zu beschäftigen, als mit all den Dingen, die diese fürchterliche Krankheit anrichten kann. Das Internet kann auf der Suche nach Lösungen ein prima Hilfsmittel sein, denn hier ist man über den gesamten Erdball vernetzt und kann genau die Menschen finden, die Dein Problem eventuell schon längst gelöst haben.
Während meiner Suche wurde jedenfalls relativ schnell klar, dass Ernährung bei MS ein wesentlicher Faktor in dem ganzen Puzzlespiel ist. Besonders viele der gefundenen Erfolgsgeschichten basierten nämlich auf einer Ernährungsumstellung. Besonders Rohkost hatte hier eine sehr hohe Erfolgsquote. Das hatte mich sehr beeindruckt. Durch das beängstigende Ausmass meiner Symptome beschloss ich natürlich kurzerhand diese Ernährungsform für mich zu adaptieren. Ich besorgte mir alles an Büchern zu dem Thema und war fasziniert von den Berichten, was die Rohkost so alles kann.
Scheuklappen? Vorsicht Falle!
Aber wie das immer so ist, dadurch dass ich meinen Focus nur noch auf diese eine Sache richtete, wurde es zu einer völlig isolierten Ansicht, die keine anderen Möglichkeiten mehr in meinen Handlungsspielraum einschloss. Das war ein Fehler wie sich knapp 2 Jahre später herausstellte. Aber bitte nicht falsch verstehen, Rohkost ist eine prima Sache und mit meinem Background würde ich immer einen hohen Frischkost Anteil empfehlen.
Jedenfalls begann ich meine Reise genau da. Ich fing also an mich auf Basis der Rohkost zu ernähren. Das war am Anfang alles recht kompliziert und in den Büchern gab es ziemlich viel unterschiedliche Ansichten, wie man diese Ernährungsform auf lange Sicht unbeschadet durchhalten kann. Um für mich das Maximum aus dieser Ernährungsweise rauszuholen, machte ich eine einjährige Ausbildung zum Ernährungsberater im Bereich „vegane Vitalkost“ und „natürliche Gesundheitslehre“. Mir ging es gesundheitlich auch relativ schnell besser und wurde mit einem angenehmen Körpergefühl belohnt. Dieses neu gewonnene Hoch hielt eigentlich auch ziemlich lange an. Fast ein Jahr war alles gut. Zu dieser Zeit ist auch meine Webseite „Das Gesundheitsfundament“ entstanden. Inspiriert von diesen ganzen neuen Eindrücken fing ich an meine Story niederzuschreiben.
Während ich so meinen Dingen nachging, übersah ich in dieser ganzen Zeit völlig, dass ich immer mehr abmagerte und optisch gar nicht mehr gesund und vital aussah. Da ich ja angeblich alles richtig machte, wollte ich diese Veränderungen auch nicht wirklich sehen. Nach ca.15 Monaten bekam ich dann so richtig Probleme. Ich hatte auf einmal seltsame Gedächtnisprobleme gefolgt von Sprachstörungen. Spätestens an diesem Punkt war das alles gar nicht mehr schön.
Meine Webseite „Das Gesundheitsfundament“ lief zwischenzeitlich auf Hochtouren und ich hatte durch das Lesen von mittlerweile über 100 Büchern eine Menge Erkenntnisse darüber gewonnen, was für eine gute Gesundheit notwendig ist. Das 12 Säulen System wurde zu einem festen Wegbegleiter. Doch irgendetwas machte ich scheinbar grundlegend falsch. Ich verstand einfach die Welt nicht mehr, da ich doch eigentlich „alles“ richtig machte. Das war der Zeitpunkt doch noch einmal für mich ins Detail zu gehen.
Und einmal abwärts bitte…
Das war am Anfang gar nicht so einfach, weil ich dazu tief durch die Kausalkette meiner Symptome steigen musste. Heute weiss ich, was das eigentliche Problem gewesen war. Zumindest glaube ich es zu wissen. 🙂 Zum Einen befand sich mein Darm durch die jahrzehntelange Zölliakie im Stadium „Marsh 3C“. Das bedeutet soviel, dass meine Dünndarmzotten quasi nicht mehr vorhanden waren, Diese Zotten sind aber für eine korrekte Nährstoffaufnahme enorm wichtig. Es war also so, dass ich, obwohl ich sehr vitalstoffreich aß, trotzdem ein Energieproblem entwickelte. Mein Darm schaffte es scheinbar nicht aus der Nahrung die notwendigen Vitalstoffe zu ziehen. Weiterhin hatte ich ständig massivste allergische Erscheinungen. Das führe ich auf eine Histaminintoleranz zurück, evtl. sogar auf defekte Mastzellen. Viele Nahrungsmittel konnte ich jedenfalls im rohen Zustand nicht essen ohne dass ich danach mit einem Krätzegefühl bestraft wurde. Dazu gehörten Nahrungsmittel, wie sämtliche Nüsse und Saaten, Spinat, Mangold, sämtliche Grünkräuter, Äpfel, Ananas, Zitrusfrüchte, uvm.. Gar nichts ging irgendwie. Trotzdem wollte ich aber mit dem Holzhammer ran. Ich machte mehrere Darmreinigungen, fastete, machte Detox bis zum Get-No. Die längste Darmreinigung ging über 8 Wochen. Ich musste dann aber abbrechen, da mir plötzlich wieder Blut hinten rausschoss. Meine Darmentzündung, welche schon lange Zeit in Remission war, hatte scheinbar wieder Fahrt aufgenommen. Dann versuchte ich erst einmal nahrungsmässig auf rein „flüssig“ zu gehen, da mir das immer noch als die leichteste Möglichkeit erschien meinem geschädigtem Darm Nährstoffe zuzuführen. Es schien aber alles nichts zu helfen, ausser dass ich noch mehr abmagerte. „Mein“ Körper war scheinbar einfach nicht für diese Ernährungsform geschaffen. Das musste ich wohl oder übel einsehen. Diese Phase war aber wichtig um daraus lernen zu können. So long, zu diesem Zeitpunkt musste ich wohl oder übel zu meinen alten Darmmedikamenten aus der Schulmedizin greifen, weil ich dem sonst nicht anders beikommen konnte. Nach 3 Wochen war aber der Spuk vorbei und ich konnte das Präparat auch ziemlich schnell wieder ausschleichen.
Meine kognitiven Symptome fühlten sich zwischenzeitlich auch ziemlich bedrohlich an. Mit meinen Gedächtnisproblemen hatte ich Befürchtungen eine frühe Form von Alzheimer, Demenz oder „what ever“ zu entwickeln. Zumal mein Neurologe auch meinte, dass derartige „kognitive“ Probleme so wie ich sie schilderte bei einer MS eher untypisch sind. Aber ok, heute weiss ich, dass es ein reines Energieproblem war und Energieprobleme sind immer auf eine schwache Mitochondrienleistung zurückzuführen. Beim Aufbau von Mitochondrien braucht man spezielle Strategien, und das wurde mein neuer Weg.
The Wahls Protocol
Den ersten Eyeopener bekam ich durch das Buch „The Wahls Protocol“ von Dr. Terry Wahls. Dr. Wahls ist eine Ärztin in den USA, welche auch von dem Schicksalsschlag MS betroffen ist. Sie befand sich bereits im zweiten progredienten Stadium Ihrer Erkrankung, konnte sich quasi nicht mehr bewegen und hat sich über eine spezielle Form der Paleo-Ernährung, funktioneller Medizin und einiger anderer Tools wieder aus dem Rollstuhl erheben können. Das was sie schrieb deckte sich natürlich zu einem grossen Teil mit dem was ich aus der Rohkost gelernt hatte, nur gab es da auch noch weitere Komponenten, die ich überhaupt nicht mehr im Blickfeld hatte. Da lass ich auf einmal wieder etwas vom Kochen, Fisch, Fleisch, Knochenbrühen, usw… Huch… Das waren alles Dinge, welche ich eigentlich nicht mehr zu mir nehmen wollte. Sie erklärte es in ihrem Buch aber so schlüssig und logisch, dass es für mich irgendwie Sinn ergab.
Sicherheitscheck beim Mitochondrialmediziner
Ok, Zeit umzudenken. Doch ich wollte auf Nummer sicher gehen und erst einmal wissen, wie es um meinen Gesundheitszustand tatsächlich bestellt ist. Deshalb suchte ich mir einen Arzt in der Stadt, welcher mit funktioneller Medizin (Mitochondrialmedizin) zumindest in Ansätzen vertraut ist. Ich liess mir über das grosse Blutbild hinaus so viele Parameter wie möglich abnehmen. Es wurden ziemlich viele Mängel aufgedeckt, was die Vermutung bestätigte, dass die Nährstoffe nicht wirklich am Ziel ankamen.
Jetzt wollte ich wirklich systematisch an mein Problem herangehen. Ich fing an das Wahls Protokoll in meinen Ernährungsplan zu integrieren. Zuerst nur ganz zaghaft, indem ich nur ein paar Tage mal mein Gemüse dünstete. Das brachte schon eine wesentliche Besserung meiner allergischen Symptome, da ich auf einmal die Dinge essen konnte, die vorher gar nicht gingen. Später intergrierte ich auch wieder Fleisch und Fisch. Allerdings sollten die Quellen erstklassig sein. Ich wollte ja vom Herzen eigentlich nicht mehr zum Töten von Tieren beitragen, aber ich war bereit alles auszuprobieren, was dabei helfen konnte mein Problem wieder in den Griff zu bekommen. Mein Rohkostanteil sollte aber weiterhin hoch sein, so dass ich mich für eine Mischform aus Rohkost und Paleo entschied. Eine Mahlzeit am Tag sollte ein 2-Liter Smoothie werden. Dieser ist immer mit einer sehr hohen Vitalstoffdichte konzipiert. Ich nenne ihn liebevoll den Gehirnwecker. Es gibt auch immer noch rein vegane Tage in der Woche. So in etwa sieht bis heute meine Ernährung aus.
Jedenfalls tat sich am Anfang noch nicht wirklich viel, doch nach einiger Zeit fing ich an mich besser zu fühlen und auch wieder an Gewicht zuzulegen. Ich nahm zum Ausgleich meiner Mängel (B12, D3, Q10, Kupfer, Ferritin, uvm.) diverse Nahrungsergänzungen ein. Parallel machte ich mich schlau, welche Mikronährstoffe, Superfoods und Co. noch so auf dem Markt sind, bei denen sich eine positive Wirkung auf Gehirn und zentrales Nervensystem beobachten lässt. Ich stellte mir einen regelrechten Cocktail zusammen um meinen Zellstoffwechsel wieder zum korrekten Laufen zu bringen. Mein Zustand besserte sich immer weiter.
Huch … Sport geht auch wieder, das ist ja wunderbar
Kurze Zeit später fing ich mit Yoga an. Die sportliche Komponente hatte ich immer etwas vernachlässigt, da ich bis Dato noch keine wirklich zu mir passende Sportart gefunden hatte. Auch war mein Energielevel nicht wirklich so, dass ich dazu in der Lage gewesen wäre. Der wurde aber immer besser, ich konnte es kaum glauben. Yoga ist zwischenzeitlich zu einer regelrechten Leidenschaft geworden. Die Leidenschaft wurde so gross, dass ich sogar vor ein paar Monaten eine Ausbildung zum Yogalehrer begonnen habe. Zusätzlich habe ich auch wieder mit Fitnesstraining angefangen, da ich neben dem Yoga-Stretch auch mein Kraftlevel weiter ausbauen möchte. Es scheint auf einmal wieder alles möglich.
Vitalstoffe, Vitalstoffe und noch einmal Vitalstoffe!!!
Meinen Mikronährstoffcocktail verfeinere ich ständig. Da sind mittlerweile auch Dinge dabei, die in der Szene noch sehr experimentell sind. Was das für Wirkstoffe das sind, könnt ihr in Zukunft nach und nach auf meinem Blog nachlesen. Mir geht es jedenfalls besser als je zuvor und sehe auch gesünder aus als je zuvor. Meine Bemühungen über diesen langen Zeitraum haben sich ausgezahlt. Hier möchte ich auch den Kreis zum Eingangsthema schliessen. „“Tue möglichst viele Dinge, die Dir gut tun.“ Hat man eine komplexe Krankheit, bedarf es möglicherweise einem komplexen Set an Tools um sich da wieder herauszuwühlen. Eine Sache allein reicht womöglich nicht. Genau dieses Set kann bei jedem Menschen anders ausfallen. Deshalb ist es immer wichtig in alle Richtungen zu forschen und sich niemals nur auf eine Sache versteifen. Ich habe mein Lehrgeld bezahlt. Dennoch war es die Reise wert. Ich habe in der Zeit mehr über Ernährung gelernt als so mancher Profi. Dieses Wissen kann ich heute dazu benutzen anderen Menschen auf ihrem Weg Richtung Gesundheit zur Seite zu stehen, da hat natürlich Rohkost ihren festen Platz. Ich hoffe, dass es für Euch ok ist, dass auf diesem Rohkostblog auf ein etwas kritischer Text seinen Platz findet. Ich möchte diese Ernährung auf keinen Fall verurteilen, da sie zu vielen Menschen geholfen hat. Aber es gibt halt immer ein Dunkelziffer, welche eine andere Strategie benötigt und auch die möchte bedient werden. In diesem Sinne: Alles Liebe und bleibt gesund!
Euer Jann
www.gesundheitsfundament.de
Sophia schreibt:
Ich möchte mich gern kurz zu Wort melden und mich erstmal ganz herzlich bei dir bedanken, lieber Jann, dass es dann jetzt doch noch geklappt hat, mit deinem Gästebeitrag 😉 . Ich möchte mich bedanken, dass du so viel von deiner Geschichte hier öffentlich machst! Vielen Dank dafür! Das ist nicht selbstverständlich, ich weiß das und ich finde deine Geschichte unglaublich inspirierend und beeindruckend! Ich bin dir so dankbar für deine Offenheit und du triffst genau meinen Nerv (und ich hoffe auch den Nerv meiner Leser). Ich sage es ja auch ständig: es gibt für jeden Menschen einen Weg – zurück – in die Gesundheit, nur ist das nicht für jeden der gleiche Weg, man muss experimentieren, um ihn zu finden und Jann ist hierfür der beste Beweis, wie ich finde! Ich wünsche dir, lieber Jann, dass du weiterhin den für dich optimalen Weg findest und dass du gesund bleibst! Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir ab und an mal wieder von dir lesen würden. *drückdich*
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